ADHS - Behandlung bei Jugendlichen und Erwachsenen

Im Laufe meiner Tätigkeit bei der Schulberatung für Berufsbildung und Gymnasien des Kantons Luzern bin ich oft mit der Thematik ADS konfrontiert worden. (ADS steht als Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizitstörung.) Ich habe die Erfahrung gemacht, dass intuitives Eingehen auf die Bedürfnisse und das Fördern der individuellen Fähigkeiten gerade für Klienten mit ADS wichtig ist. Aus dieser Praxiserfahrung habe ich in meiner Praxis ein spezifisches Coaching zur Unterstützung von Jugendlichen und Erwachsenen mit ADS entwickelt.

Was ist ADS / ADHS?

ADS steht als Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-störung.

ADS im Kindesalter tritt oft im Zusammenhang mit Hyperaktivität und Impulsivität auf und wird dann Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) genannt.


Symptome

Wegen der veränderten Symptomatik einer ADS oder ADHS vom Kindes- über das Jugend- bis ins Erwachsenenalter, weisen Jugendliche und Erwachsene mit ADS andere Probleme auf als Kinder.

a) bei Jugendlichen

Während des Jugendalters nimmt bei vielen ADHS-Betroffenen die körperliche Unruhe ab, während die Aufmerksamkeitsproblematik und auch die Impulsivität häufig bleiben. (Wir sprechen deshalb im Jugend- und Erwachsenenalter nur noch  von ADS.) Sie wirken oft eigensinnig und ordnen sich nicht gerne ein bzw. unter. Ist ihr Selbstwertgefühl im Keller. Sie sind überempfindlich und erleben sie Berg- und Talfahrten der Emotionen. Auffällig ist ihre deutliche Art der motivationsgesteuert? Deshalb beenden sie ihre Aufgaben nie. Ist ihre Leistung mangelhaft in Relation zu ihren Möglichkeiten und ihr Arbeitsverhalten lässt oft zu wünschen übrig?

Nicht alle Jugendlichen brauchen eine Behandlung. Aber angesichts  der schulischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden es immer mehr. Eine erfolgreiche Behandlung ist erst möglich, wenn der Jugendliche die Hilfe annimmt und sich nicht (mehr) dagegen sperrt

b) bei Erwachsenen

Viele von ADS betroffene Erwachsene fühlen sich aber getrieben und ruhelos, auch wenn sich die Impulsivität verringert hat. Obwohl auch die Impulsivität sich bis zum Erwachsenenalter reduzieren kann, fällt es auch Erwachsenen häufig schwer, z. B. spontane Einfälle genauer zu bedenken oder in einer Reihe zu warten.

Im Berufs- und im Privatleben erreichen Erwachsene aufgrund dieser Symptome oft nicht die Ziele, welche sie sich ursprünglich gesteckt hatten.  Dies erzeugt was bei vielen einen starken Leidensdruck. Sie vergessen Termine, halten Absprachen nicht ein, verzetteln sich ständig. Es gelingt den Betroffenen häufig nicht planvoll bei einer Sache vorzugehen.


Stärken von Personen mit ADS

ADS-Betroffene sind spontan und 

gefühlsbetont

. Interessiert sie eine Arbeit sehr, verfügen sie über eine hohe Konzentrationsfähigkeit (Tunnelblick).

Sie haben  Verhandlungsgeschick.
 Ihre rhetorische Begabung und sprachlichen Fähigkeiten überzeugen ihre Mitmenschen.
 Hochbegabung oder überdurchschnittliche Intelligenz sind häufig. Sie lieben alle Lebewesen, die "anders" sind. ADS-Betroffene tun für andere mehr, als sie für sich selbst tun würden. Sie sind willensstark, oft wird diese unterschätzt, weil man nicht sieht, wie viel Kraft ein Leben mit ADS benötigt.

Menschen mit ADS gedeihen am besten mit vielen Herausforderungen.

ADS-Betroffene gehen Risiken ein. Solange sie die potentiellen Gefahren nicht unterschätzen, kann dies eine Stärke sein. ADS-Betroffene suchen gerne den Kick, das Besondere. Besonders stimulierende Situationen oder starke Reize können ihre Aufmerksamkeits-Störung ausgleichen.


Behandlung

Die Leitlinien zur Behandlung einer ADS bei erwachsenen Betroffenen verlangen eine multimodale Therapie. Coaching, psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung sollten sich in der Regel ergänzen. Ohne ausführliche Differenzialdiagnostik soll grundsätzlich kein Behandlungsversuch erfolgen.

Die Entscheidung darüber, ob ein Betroffener Hilfe in Anspruch nehmen möchte oder welche Hilfe die richtige ist, hängt auch von der Ausprägung der ADS ab. Ist die ADS bei nur leicht ausgeprägt, können bereits Strategien entwickelt sein, mit den spezifischen Problemen umzugehen. Bei stärkerer Ausprägung erlebt die Person häufig soziale Beeinträchtigungen und leidet darunter.

Mein Behandlungskonzept

Kommen Klienten und Klientinnen zu mir, verschaffe ich mir einen Überblick über die Rahmenbedingungen, unter denen die Betroffenen leben und kläre sie - bevor der Unterstützungsprozess beginnen kann – über die ADS und die damit zusammenhängenden Probleme auf.

Gemeinsam erarbeiten wir das Behandlungskonzept. In der Praxis hat sich die besonders ein Coaching, allenfalls in Kombination mit Psychotherapie und/oder Medikation als erfolgreich erwiesen.

 


Warum Coaching?

Coaching ist eine absichtsvoll herbeigeführte Beratungsbeziehung, deren Qualität durch Freiwilligkeit, gegenseitige Akzeptanz, Vertrauen und gegenseitige Diskretion zwischen den beteiligten Personen bestimmt wird. Coaching ist keine verdeckte Psychotherapie. Prinzipiell richtet sich Coaching an „gesunde“ Personen und widmet sich vorwiegend den Problemen, die aus der besonderen Art (z. B. der ADS-Betroffene) heraus entstehen.

Gerade ADS-Betroffene, die wegen ihrer Unfähigkeit, Selbststrukturierung zu entwickeln, erhebliche Defizite in Ausbildung und Berufsausübung aufweisen, ist diese effiziente Methode des intuitiven Eingehens auf die Bedürfnisse und des Förderns von individuellen Fähigkeiten so wichtig.

Ein alltagsbegleitendes Coaching kann Entlastung schaffen. Im Coaching üben der ADS-Betroffene diejenigen Fähigkeiten, die ihm einen bessern Umgang mit der Störung ermöglichen.

In meiner Tätigkeit als Coach sehe ich viele Parallelen zu der eines Sporttrainers. Ich vermittle als erstes Techniken zu Selbst- und Zeitmanagement. Zudem ist es meine Hauptaufgabe, dem Klienten immer wieder Rückmeldung über seinen Leistungsstand und seine Befindlichkeit zu geben. Als Coach trainiere ich den Klienten in seinem persönlichen Umfeld und übe gleichzeitig immer wieder jene Abläufe, die zur Routine werden müssen.

Ich habe die Erfahrung gemacht und betone deshalb, dass mit Coaching (und Psychotherapie) in vielen Fällen allein keine ausreichende Funktionsverbesserung herzustellen ist und eine medikamentöse Behandlung ergänzend ins Auge gefasst werden sollte.


Psychotherapie

Psychotherapie zielt auf die psychosozialen Folgen von ADS und die damit in Zusammenhang stehenden Erscheinungen (wie Vermeidungsverhalten, geringe Frustrationstoleranz, niedriges Selbstwertgefühl, depressive Verstimmung) ab. Psychotherapie wirkt durch Klärung, Ressourcenaktivierung, Problemaktualisierung und -bewältigung. Untersuchungen zeigen, dass es mit Hilfe einer Psychotherapie zu einer Verbesserung des Gesamtbefindens und der Selbstakzeptanz kommt. Es erfolgt ein Rückgang der ADS-Symptomatik und der damit zusammen hängenden psychischen Beschwerden. Wie jede andere Behandlung kann sie nur erfolgreich sein, wenn sich die Betroffenen auf die Therapie einlassen.

 

 


Medikation

Medikamente, im allgemeinen Methylphenidat (am besten bekannt als Ritalin) verringern - richtig dosiert - die Symptome.

Auf die unterschiedlichen Medikamente gehe ich hier nicht ein. Die Pharmaindustrie entwickelt laufend neue Produkte, die direkter und mit weniger Nebenwirkungen wirken. Ich helfe gerne mit im Entscheidungsprozess, ob ein Medikament angesagt ist oder nicht. Welches und in welcher Dosierung gehört in den ärztlichen Bereich.