Hypnosystemische Therapie

Den Begriff "hypnosystemisch" hat Gunther Schmidt vorgeschlagen, um ein Therapie- und Beratungsmodell zu beschreiben, das systemische Ansätze, die Erickson’sche Hypnotherapie und die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung integriert. Alle Ansätze beschreiben Lebensprozesse als Ausdruck von regelhaften Mustern und Veränderung als das Einführen von Unterschieden in diese Muster. Unter „Muster" wird dabei die Vernetzung aller Element verstanden, die zu einer bestimmten Situation gehören, z.B. Gedanken, emotionale und physiologische Reaktionen sowie Faktoren wie Ort und beteiligte Personen. Da unsere Aufmerksamkeit begrenzt ist können wir immer nur Ausschnitte der Wirklichkeit bewusst wahrnehmen, andere blenden wir aus. Bewusste und ausgeblendete Teile werden vom Hirn als zusammengehöriges Muster auf bewusster und unbewusster Ebene abgespeichert.

Muster, die als Probleme wahrgenommen werden, sind dadurch gekennzeichnet, dass sich das bewusste "Ich" ein bestimmtes Erleben wünscht (z. B. Wohlbefinden, Freude), unwillkürliche körperliche und seelische Prozesse aber gravierend davon abweichen. Dabei werden die unbewussten Prozesse als wesentlich stärker erlebt als die willkürlichen Prozesse, sodass sich das „Ich" quasi als diesen unwillkürlichen Prozessen ausgeliefertes Opfer empfindet.

Für Therapie bzw. Beratung, die als professionelle Hilfe für die Befreiung von solchen ungewünschten Phänomenen angelegt ist, ist es deshalb wichtig über Strategien zu verfügen, mit denen solche Gegensätze im Erleben konstruktiv aufgelöst und unwillkürliche Prozesse günstig beeinflusst werden können.

Die Erfahrung zeigt, und die Hirnforschung bestätigt dies, dass das Unbewusste und Unwillkürliche, besonders gut über Bilder, Metaphern, Imaginationen und körperlich orientierte Massnahmen erreichbar ist. Die Hypnotherapie verfügt über ein breites Repertoire solcher Strategien.